Alraune

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Die Alraune ist ein stinknormales Nachtschattengewächs (Hexenkraut). Zu ägyptischer Zeit wurde es zusammen mit Mohn (Opium) bei Operationen eingesetzt.

Durch die stark hypnotische Wirkung taugt die Alraune nur bedingt als Geisterdroge - ganz im Gegensatz zu Bilsenkraut, Stechapfel, Engelstrompete und Tollkirsche.

Im Mittelalter war die Alraune deshalb auch eher nur ein Beigift in der "Hexensalbe".

Den wilden - heute überlieferten Ruf als Zauberpflanze erhielt die Pflanze währen der Rezeption in der Renaissance - hier wurde unkritisch alles als toll angenommen, was römisch zu sein schien.

Tatsächlich ist der Kult um die Alraune als Pflanzenmensch (in der Renaissance die Wiedergeburt der Gehenkten) etruskisch; dort gab es den Kult der genii, i.e. Hausgötter, die bei den römischen Patriziern (also den Flaviern und Sabinern) weiter verehrt wurden. Die Plebejer glaubten indes an Iuppiter und sein Gefolge... Daher kam auch der Kult um die Alraune, die in Dänemark bis ins 19. Jhd. als heiliges Wesen verehrt wurde und in kostbare Seide in ein kostbares Kästchen gelegt wurde und regelmäßig in kostbaren Wein getränkt wurde. Im Gegenzug sollte die Alraune alle Wünsche des devoten Verehrers und Besitzers erfüllen und ihn mit Reichtümern überhäufen - oder ihn vernichten...

Romane wie Harry Potter geben diese alten Sagas ziemlich genau wieder - mit der Ausnahme, daß in der Saga die Alraune von einem schwarzen Hund unter dem Galgenbaum ausgegraben werden muß, der dann durch den furchtbaren Schrei der Alraune tot umfällt.

Natürlich ist an der Saga nichts dran: Nur, daß die Alraune als Hexenkraut hochgiftig ist und dem Stechapfel in nichts nachsteht....